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11.07.2019, Weißensee

Eleftherios Grapsas, Facharzt für Innere Medizin der Sana Gesundheitszentren Berlin-Brandenburg, gibt Tipps für die heiße Jahreszeit.

Zehn Gesundheitstipps für Badeausflüge, Bootsfahrten, Paddeltrips und Co.

11.07.2019

Viel trinken

„Für die heißen Tage gilt: ausreichend trinken, denn es gibt 250 Arten von Kopfschmerzen. Nach Angaben der Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft kommen bei 70 Prozent der Deutschen Kopfschmerzen vereinzelt oder sogar an mindestens 15 Tagen im Monat vor. Wenn der Körper austrocknet, kann das den Kopfschmerz triggern. Deshalb sollte man gerade im Sommer darauf achten, stets genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (zwei Flaschen Wasser mitnehmen, eiskalte Getränke vermeiden) und übermäßige Sonneneinstrahlung zu meiden. Patienten mit einem niedrigen Blutdruck fühlen sich bei Wetterwechseln, aber auch bei extrem hohen Temperaturen oft ausgelaugt und müde. Einige klagen über Schwindel bis hin zu Übelkeit. Die Beschwerden können so ausgeprägt sein, dass Betroffene die Notaufnahme aufsuchen. Wer seinen Kreislauf in Schwung hält und regelmäßig im Freien Sport treibt, verbessert die Anpassungsfähigkeit des Körpers. Damit beugt er Kopfschmerzen vor. Auch eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf tragen entscheidend zum Wohlbefinden bei.“

Das richtige Essen

„Saftige Steaks vom Grill sind bei hohen Temperaturen nicht die richtige Wahl. Verteilen Sie Ihre Mahlzeiten über den Tag und packen Sie Lebensmittel für Ihren Ausflug in die Kühlbox ein, welche ein hohes Wassergehalt besitzen, etwa Joghurt, Gurken, Tomaten, Zucchini oder Wassermelonen. Diese ergänzen die Flüssigkeitszufuhr und wirken darüber hinaus kühlend. Tierisches Eiweiß hingegen regt die Wärmeproduktion im Körper an und erhöht das Risiko eines Kreislaufzusammenbruchs.“

Nicht übertreiben

„Mit der zunehmenden Sonneneinstrahlung steigt auch die Bildung von Ozon in Bodennähe. Besonders vorsichtig sollten Asthmatiker und Sportler sein: Körperliche Anstrengung sorgt über eine verstärkte Atmung zu einer erhöhten Aufnahme von Ozon und das kann sich dann in Form von Husten und Luftnot bemerkbar machen. Die höchsten Ozonwerte werden an heißen Tagen am Nachmittag gemessen. Deshalb sollten Sport und körperlich anstrengende Betätigung in den frühen Morgen oder in den späten Abend verschoben werden. Um diese Zeit sind auch die Temperaturen angenehmer. Am Nachmittag zum Laufen in den Park oder den Wald auszuweichen, bringt auch nichts. Dort sind die Ozonwerte oftmals höher als in der Innenstadt. Das liegt unter anderem daran, dass Ozon in einer chemischen Reaktion mit dem Stickstoffmonoxid der Autoabgase abgebaut wird.“

Ausreichend schlafen

„Körperlich findet während des Schlafs eine ‚Wartung‘ der Organsysteme statt. Der Körper hat endlich genug Zeit, Reinigungs- und Reparaturvorgänge sowie eine ‚Entgiftung‘ der Organsysteme auf zellulärer Ebene durchzuführen. Seelisch-geistig verarbeiten wir im Schlaf Dinge, die wir tagsüber erlebt haben. Etwa, wenn uns ein berufliches Problem beschäftigt. Manchmal wachen wir am Morgen auf und haben dann plötzlich eine Lösung für ein Problem gefunden, das uns tags zuvor noch erhebliches Kopfzerbrechen bereitet hat. Dabei wird gleichzeitig der ‚Arbeitsspeicher‘ unseres Gehirns von unnötigem Ballast befreit und neu formatiert. Nur, wenn wir ausreichend Schlaf finden, sind wir leistungsfähig und fühlen uns wohl – auch Ausflüge machen so mehr Spaß. Wer kaum schläft, altert auch schneller. Denn im Schlaf produziert unser Körper die meisten Wachstumshormone, die wir zur Zellerneuerung brauchen. Und im Schlaf laden wir unsere Energiereserven, die wir tagsüber verbraucht haben, wieder auf. Fehlt der Schlaf länger, drohen ernsthafte körperliche und psychische Krankheiten.“

Eincremen nicht vergessen

„Für viele Menschen ist Hitze auch mit gesundheitlichen Risiken verbunden und es besteht nicht selten die Gefahr eines Hitzschlags, einer Hitzeerschöpfung oder eines Sonnenstichs. Meiden Sie daher besser die Mittagssonne und tragen Sie – je nach Hauttyp – leichte Kleidung und eine Kopfbedeckung. Vergessen Sie nicht, Ihr Sonnenschutzmittel auch ans Wasser mitzunehmen und tragen Sie diese lieber etwas großzügiger auf. Bitte auch an die Ohren, die Lippen (hier gibt es entsprechende Pflegestifte), den Scheitel und an Ihre Fußsohlen denken. Wichtig: Tragen Sie das Sonnenschutzmittel mehrmals am Tag auf – also etwa alle zwei bis drei Stunden, da der Schutz verloren geht, wenn Sie schwitzen oder schwimmen gehen. Selbst bei bedecktem Himmel erreicht Ihre Haut durch die Wolken schädliche Strahlung.“

Besser mit Kleidung als ohne

„Wer z.B. mit nacktem Oberkörper paddelt, fühlt sich nur scheinbar kühler als mit Shirt. Studien zeigen aber, dass Menschen in weiten, atmungsaktiven und temperaturregelnden Baumwollshirts besser mit der Hitze zurechtkommen als Menschen ohne Oberteil. Denn zwischen Stoff und Haut bildet sich eine Luftschicht, die kühlt. So vermeiden Sie Hitzestau und übermäßige Schweißbildung. Auch offene Schuhe sind ein weiteres Muss bei sommerlichen Temperaturen. Bei Hitze helfen lauwarme Duschbäder für Ihre Unterarme, Füße und Unterschenkel. Bitte duschen Sie nicht ganz kalt, denn dadurch wird der Kreislauf angeregt, die Durchblutung gefördert und zusätzliche Wärme von innen produziert.“

Mücken lieben Sie

„Mücken fühlen sich nicht von allen Menschen gleichermaßen angezogen. Das Kohlendioxid in der ausgeatmeten Luft ist der stärkste Reiz, auch die Zusammensetzung des Schweißes auf Ihrer Haut spielt eine Rolle, ebenso wie die Zersetzung von Schweiß durch Hautbakterien. Meiden Sie ab der Dämmerung die Nähe von Seen und Flüssen - sie sind eine Brutstätte für Mücken. Wenn Sie trotz Mückenschutz gestochen werden, kann ein rund 50 Grad warmer Hitzestift (gibt es in der Apotheke) den Juckreiz lindern. Er wird auf die Einstichstelle gehalten und tötet die Eiweiße ab, die für den Juckreiz sorgen. Planen Sie einen mehrtägigen Ausflug in die Natur, sollte die Reiseapotheke in der Tasche nie fehlen. Zur Grundausstattung gehören Verbandsmaterial (Pflaster, Kompressen, Mullbinden) & Desinfektionsmittel (Wundsalbe), Fieberthermometer, Pinzette, Schere, Handschuhe, Medikamente gegen Schmerzen, Fieber, Entzündung, Durchfall sowie Insekten- und Sonnenschutzmittel.“

Achten Sie auf Andere

„Wenn Sie in der Gruppe unterwegs sind oder im Gespräch mit anderen Urlaubern, achten Sie auf das Verhalten Ihres Umfelds. Wirkt der Gegenüber verwirrt, klagt er über Kopfschmerzen, hat er ein gerötetes heißes Gesicht, Muskelkrämpfe, Übelkeit oder wirkt abgeschlagen? Hier können, falls vor Ort organisierbar, kühlende Wadenwickel, ein elektrolythaltiges Getränk und locker sitzende Kleidung helfen. Falls es nicht besser wird, sollte man einen Arzt aufsuchen.“

Den Vierbeiner schützen

„Der beste Freund des Menschen besitzt an Pfoten und Zunge nur wenige Schweißdrüsen und muss daher bei großer Hitze genauso abgekühlt werden. Nehmen Sie eine Flasche Wasser für Ihren Hund mit, tragen Sie bei hautempfindlichen hellen Tieren etwas Sonnencreme auf Nasenspitze und Ohren auf und lassen Sie den Vierbeiner auf keinen Fall im Auto, während Sie es sich am See bequem machen. Dieser kann im heißen Wageninneren schnell irreparable Organschäden oder sogar einen Herzstillstand erleiden.“

Zecken beachten

„Sommerzeit ist Zeckenzeit und diese machen sich am liebsten überall breit, wo es grün ist: im hohen Gras, auf Wiesen und in Wäldern. Das ist für Menschen, die sich gerne draußen aufhalten, von großer Bedeutung. Denn ein Zeckenbiss ist schnell passiert und bleibt oftmals unerkannt. Daraus kann sich im ungünstigsten Fall eine Lyme-Borreliose-Erkrankung oder eine Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) entwickeln. Bei Spaziergängen ist es am besten, auf festen Wegen zu bleiben und das Unterholz genauso wie hohes Gras zu meiden. Sinnvoll ist das Tragen von festen Schuhen und heller Kleidung, auf der man Zecken leichter sehen kann. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man den Körper nach Zecken absuchen. Bevorzugte Saugstellen sind Kopf und Hals, die Achseln und die Kniekehlen.“

Kontakt

André Puchta

Sana Kliniken Berlin-Brandenburg GmbH
Regionalleiter Unternehmenskommunikation
Pressesprecher

Tel.: +49 30 5518-2020
andre.puchta@sana-bb.de